Die Stadt - Geschichte

Mittelalter und Stadtgründung

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Kupferstich der Stadtansicht Detmolds von Matthäus Merian, 1647

Detmold wurde 783 als Theotmalli erstmals erwähnt, nach Einhard und anderen leitet sich der Name von der althochdeutschen- altsächsischen Bezeichnung einer Volkgerichtsstätte (Thing) ab (Theot für das Volk; mahal für Gericht, Gerichtsstätte). In diesem Jahre soll hier Karl der Große in den Sachsenkriegen von den Sachsen geschlagen worden sein. Ab 1005 wurde es in Altsachsen Tietmelli- oder Theotmalli-Gau genannt. Aus dem Jahre 1023 wird überliefert, dass es seinen 799 geweihten Altarstein an das Kloster Abdinghof in Paderborn abgab. Der Ort Detmelle am Werreübergang an der alten Handelsstraße von Paderborn nach Lemgo, wo es seit den Franken eine Siedlung mit Taufkirche und einigen bäuerlichen Anwesen gab, erhielt 1263 vom Edlen Herrn Bernhard III. zur Lippe das Lippstädter Stadtrecht. Im Zuge der Stadtgründung bekam Detmelle eine bescheidene Gemarkung von 971 Hektar und einen Diakon. Die früheste noch erhaltene und mit dem Stadtsiegel versehene Urkunde stammt aus dem Jahr 1305 und befindet sich im Stadtarchiv Paderborn. 1265 trug das Marktprivileg zur Weiterentwicklung Detmolds bei und führte zur Gründung eines Jahrmarkts. Um 1300 wurde ein zweiter Jahrmarkt am Sonntag vor Martini (11. November) eingeführt.

Ein Stadtplan aus dem Mittelalter zeigt ein Straßenkreuz, das innerhalb eines nahezu kreisrunden Rings von etwa 500 Meter Durchmesser liegt. Die beiden Hauptstraßen teilen den Ort in vier verschieden große Stadtviertel, wobei das nach Nordwesten ausgerichtete Quartier die Burg des Landesherrn enthielt. Um 1305 war die gesamte Stadt durch Graben, Wall und Mauer gesichert und innerhalb der Stadtmauer verlief eine schmale Gasse, die, wie auch einige Überreste der Mauer, zum Teil noch heute erhalten ist (Bruchmauer-, August-, Adolf- und Karlstraße). Die Nord-Süd-Achse bildete die Lange Straße mit je einem festen Doppeltor, dem Lemgoischen Tor an der Nordseite und dem Hornschen Tor an der Südseite. Die Ost-Westachse wurde durch die heutige Schülerstraße und die Bruchstraße gebildet. Am Ostende befand sich der Bürgerturm, wo sich jenseits der Mauer das Sumpfgebiet der Werreniederung ausdehnte, und im Westen öffnete sich die Bruchpforte zur Stadthude für das Vieh der Detmolder Ackerbürger.

Die Burg wurde im 14. Jahrhundert von einem landesherrlichen Vogt verwaltet. Die Hofhaltung und der Lebensaufwand der Burgmannengeschlechter, wie der von dem Busche, von der Borch, von Exterde und Schwartz, mussten von den Bürgern erwirtschaftet werden und hielten eine selbständige Entfaltung des kommunalen Lebens in Grenzen. Um 1450 besaß die Stadt erst 350 Einwohner und blieb bis in das 17. Jahrhundert die kleinste unter den lippischen Städten. Weitere Gründe für eine zögerliche Stadtentwicklung waren Plünderungen, Zerstörungen und Brände, so insbesondere durch die Soester Fehde 1447, als Detmold von kölnischen Truppen und böhmischen Hilfsvölkern erobert wurde. Danach baute man die Stadt zu einer starken Festung aus und 1468 wählte Graf Bernhard VII. zu Lippe Detmold zu seiner ständigen Residenz. Um 1590 hatte Detmold etwa 700 Einwohner.

Im Jahre 1547 suchte ein Großbrand die Stadt heim, der über 70 Häuser zerstörte. 1557 wurde das Schloss als Weserrenaissancebau mit reichem Giebelschmuck fertiggestellt.


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Info

Wappen
  • Bundesland: Nordrhein-Westfalen
  • Regierungsbezirk: Detmold
  • Stadtgliederung: 27 Ortsteile
  • Höhe: 134 m ü. NN
  • Fläche: 129,39 km²
  • Breitengrad: 51° 56′ N
  • Längengrad: 8° 53′ O
  • Postleitzahlen: 32701–32760
  • Kfz-Kennzeichen: LIP (alt: DT)
  • Vorwahl: 05231/05232
  • Einwohner: ca. 73 583
  • Bevölkerungsdichte: 569 Einwohner je km²
  • Gemeindeschlüssel: 05 7 66 020
  • Adresse der Stadtverwaltung: Marktplatz 5
    32756 Detmold
  • Website: www.detmold.de